Der Mietwagen – Island spezial

Wir Deutschen sind ja sehr verwöhnt, was Autoversicherungen betrifft. Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko, dazu noch die Selbstbeteiligung wählen und fertig.
Ganz anders sieht das in Island aus. Haftpflicht ist auch dort obligatorisch, aber dann geht’s los:

  • CDW (Collision Damage Waiver) soll ungefähr unserer Vollkasko entsprechen und SCDW (Super Collision Damage Waiver) senkt die Selbstbeteiligung. Wer jetzt aber denkt: „Super, Vollkasko, kann nix mehr passieren“, irrt.
    Das ist vor allem der Geologie auf Island geschuldet und der Verkehrsinfrastruktur. Denn neben asphaltierten gibt es vor allem Schotterstraßen in verschiedenen Qualitäten und, wer hätte es geahnt, ein paar Vulkane und jede Menge Sand und Asche, die dem Mietwagen an den Lack wollen. Daher gibt es noch einige Versicherungen, die durchaus Sinn machen:
  • GP (Gravel Protection) sichert Schäden ab, die durch Steinschlag entstehen können. Macht durchaus Sinn, siehe oben. Wenn man allerdings nur auf der Ringstraße unterwegs ist, dann braucht man diese eventuell nicht.
  • SAAP (Sand and Ashes Protection), auch SADW (Sand & Ash Damage Waiver) genannt, schützt, wie der Name schon sagt, vor Schäden durch Sandstürme oder Asche. Das diese Versicherung eigentlich Pflicht sein sollte weiß man spätestens nach dem Lesen dieses Reiseberichts: Sicherheitshinweise für Island – oder wie man nicht 5000 Euro ärmer wird
    Und hier findet man ein Bild eines ehemals weißen Autos, welches durch einen Sandsturm „gesandstrahlt“ wurde: Auto nach Sandsturm
  • TP (Theft Protection): Wie der Name schon sagt…
  • Dann gibt es weitere Versicherungen, die aber nicht jeder Verleiher anbietet: Reifen und Glas oder Unterboden. Ohne diese sind weder Reifen, noch Scheinwerfer und Unterbodenschäden versichert. Wer viel auf Schotterstraßen und im Inland unterwegs ist, sollte hier aufpassen.
  • Gar nicht versichert werden in der Regel Schäden durch Unfälle mit Tieren und bei Durchquerung von Flüssen!
  • Einige Vermieter verlangen auch noch eine Gebühr für das Abholen eines Wagens, wenn dieser nach einem Unfall nicht mehr fahren kann. Diese kann bis zu 2 € pro Kilometer außerhalb von Reykjavik liegen. Wenn man dann gerade an der Ostküste unterwegs war, dann wird es richtig teuer.

Ich stelle die Entscheidung erst einmal zurück, im Moment qualmt mir erstmal der Kopf vor lauter Versicherungen…